AP500 - Geschäftsmodellierung

In eMERGE II werden die bisherigen Geschäftsmodelle durch den Flottentest B-Klasse Electric Drive (Fahrzeugklasse der Kompaktvans) sowie weitere vier Fahrzeugklassen ausgeweitet. Untersucht werden sowohl Geschäftsmodelle rund um das Fahrzeug (Kosten- und Pricingkomponenten) als auch zum Fahrnutzungsprofil (Parken, Reichweiten, Tankverhalten, Beladung). Auf der Basis der Nutzungsdaten für diese Fahrzeugklasse werden vor allem aus Akteurs- und Nutzersicht Pricing- und Nachfragemodelle erarbeitet, die die Attraktivität der Elektromobilität für familienfreundliche Fahrzeuge steigert. Der Schwerpunkt des Arbeitspakets liegt dabei auf den Total Cost of Ownership (TCO), d.h. auf den über die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs anfallenden Kosten. Dabei stehen drei Aspekte im Vordergrund: Gesamtkosten (Anschaffungskosten, Steuern, Versicherung etc.), Verteilung der Kosten über die Nutzungsdauer (Hohe Anschaffungskosten, niedrige laufende Kosten gegenüber konventionellen Antrieben, hohe Kosten für Ersatzbatterie etc.) und Kostenrisiken (Lebensdauer der Batterie, Wiederverkaufswert, Kosten der Betankung etc.). Nachdem die TCO weit über die Gesamtkosten hinausgehen, sollen die Kostenverteilung, Kostenrisiken und verhaltenswissenschaftliche Aspekte bei der Gestaltung der Geschäftsmodelle mit berücksichtigt werden.

Durch die sinnvolle Vernetzung der Geschäftsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Elektromobilität soll aufgezeigt werden, wie die Gesamtkosten aus Fahrzeugnutzersicht durch sinnvolle Kooperationsbeziehungen gesenkt werden können und für alle beteiligten Akteure ein positives Chancen-Risiko-Verhältnis entsteht. Die untersuchten Kooperationsbeziehungen umfassen nicht nur Automobilhersteller und Nachfrager, sondern alle potenziellen Marktakteure, die im Zusammenhang mit den Elektrofahrzeugen stehen. Darin eingeschlossen sind auch potenzielle staatliche Maßnahmen, z.B. Vorrangregelungen und regulatorische Eingriffe, welche die wahrgenommenen TCO beeinflussen können. Insgesamt trägt das Teilprojekt der RWTH Aachen dazu bei, die Attraktivität der Geschäftsmodelle sowohl aus Anbieter- als auch aus Nachfragersicht zu steigern.