AP300 - Nutzerverhalten

Die Nutzung eines Elektrofahrzeugs wurde in der Vergangenheit implizit darauf zurückgeführt, dass die Käufer aus einer aus dem Umweltschutzgedanken motivierten Überzeugung heraus handeln. Darauf sind in der Praxis auch die meisten Anreizsysteme der Politik sowie auch die werblichen Ansätze der Unternehmen ausgerichtet. In eMerge hat sich jedoch sowohl in den quantitativ-großzahligen Studien als auch in der Längsschnitt-Studie der tatsächlichen Nutzer gezeigt, dass die Kaufentscheidung primär aus anderen Motiven heraus erfolgt ist. Bei den Unternehmen, d.h. den gewerblichen Nutzern eines Elektro-Fahrzeuges zeigte sich bislang anstatt eines hervorstechenden Umweltbewusstsein eher ein ausgeprägter Prestige- bzw. Pioniergedanke als Hauptgrund für die Nutzung.

Anders, aber ebenfalls nicht primär umweltmotiviert stellte bei den befragten Privatpersonen v.a. die Nutzung des eSmarts als komfortables Stadtauto die primäre Einflussgröße dar. Wenngleich diese Ergebnisse äußerst relevant für die Gestaltung von Anreizsystemen sind, besteht die Möglichkeit, dass diese Ergebnisse in ihrer Repräsentativität auf die analysierte Fahrzeugklasse begrenzt sind. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, das Nutzerverhalten bei anderen Fahrzeugtypen in den Fokus der Untersuchung zu stellen, um die Ergebnisse zu validieren und übergreifend gültige Aussagen treffen zu können. Ausgehend von der B-Klasse 250e* und den C-Klasse 350e** lassen sich weitere Nutzungsmotive bei den Projektteilnehmern vermuten.

 

*Stromverbrauch gewichtet: 17,9 -16,6 kWh/100 km, CO2-Emissionen: 0 g/km

**Kraftstoffverbrauch kombiniert: 2,4,-2,1 l/100 km, Stromverbrauch gewichtet: 13,2-11,0 kWh/100km, CO2-Emissionen kombiniert: 54-48 g/km